Was wir vom Weltmeister lernen können

Die Urlaubszeit ist vorbei, der Herbst wartet mit viel Arbeit auf uns.
Ein guter Zeitpunkt, um den Deutsche WM-Erfolg zu reflektieren um sich motivieren zu lassen. Die Euphorie über die begeisternde Leistung der Deutschen Nationalmannschaft – Jogi und seine Jungs – ist zwischenzeitlich abgeklungen. Es lohnt sich, nun mit etwas emotionalem Abstand ein objektiver Rückblick und die Frage: Was können Unternehmer von dieser tollen Erfolgsgeschichte lernen?

Da gibt es Einiges!

Der WM-Erfolg, ein Traum !

Fast jeder meiner Kunden und Partner, sowie Millionen von Zuschauern teilte mit mir die Begeisterung, den Final-Krimi gegen Argentinien mit Freunden oder „public“ zu verfolgen und sich von diesem Sog der Begeisterung mit hineinziehen zu lassen. Ein tolles Erlebnis, wenn man am Erfolg so unmittelbar teilhaben kann und sich mit den Jungs auf dem Platz identifiziert.
 
Was mich aber fast noch mehr begeisterte waren die Kommentare und Interviews nach dem Sieg, denn hier liegen wichtige Hinweise verborgen, die diesen großen Erfolg ermöglicht oder zumindest stark begünstigt haben.
Und genauso der direkte Vergleich mit den anderen Favoriten in der WM und deren Reaktionen.

Warum auch Erfolgskonzept in der Wirtschaft ?

In der Wirtschaft geht es genauso um Wettbewerb von Organisationen, also Menschengruppen, die zusammen Ziele verfolgen. Es geht darum, sich durchzusetzen, sich zu unterscheiden und Leistung zu erbringen.
Immer dann, wenn in einer Organisation viele Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben ein Ziel verfolgen ist der direkte Vergleich sinnvoll und es lassen sich die Erfolgsfaktoren aus dem Mannschaftssport bestens übertragen.
 
Wie also übersetzen wir die Beobachtung, die „Best-Practice-Beispiele“ aus dem Spitzenfussball in konkrete Impulse für mehr Erfolg im Unternehmen? So lässt sich z.B. übertragen, dass diejenigen einer Mannschaft, die vor dem Tor stehen mit denen verglichen werden können, die direkten Kundenkontakt haben. Vertrieb, Consulting etc., Tore schießen heißt z.B. Kunden zu gewinnen, gegen den Wettbewerber und bei sich ständig ändernden Bedingungen und Gegenwehr.

Was waren die Erfolgsfaktoren ? Vier Beobachtungen dazu

Versetzen Sie sich zurück in die Finalphase und reflektieren Sie gemeinsam mit mir diese vier Aspekte:

1. Beobachtung: Die Stürmer

In kaum einer anderen WM ist in den Szenen kurz vor dem Torschuss so klar sichtbar geworden, dass keiner der Deutschen Stürmer zuerst auf seinen persönlichen Erfolg schaute, sondern sie haben immer im letzten Moment nochmal abgespielt an den, der die vermeintlich beste Chance zum erfolgreichen Torschuss hatte. Sogar Miroslav Klose spielte mehr ab als erwartet, obwohl für ihn die Ehre als Allzeit-WM-Torschützenkönig in greifbarer Nähe war.
 
In der Übertragung ins Business zeigt das z.B. im Vertrieb, dass es immer erfolgreicher ist, im Team den „Kunden-Torschuss“ vorzubereiten. Dazu braucht es ein strukturiertes Vorgehen, Kommunikationsplattformen um gemeinsam die Strategie für den Schuss vorzubereiten. Das lässt sich nicht an die Vertriebsleitung delegieren, sondern ist Verantwortung jedes einzelnen Verkäufers, sich mit seinen Kollegen abzustimmen. Sein persönliches Ziel muss sich den Schlüssel-Zielen der Firma unterordnen.

2. Beobachtung: Die Helden

Die Zeit der einzelnen Superhelden ist vorbei. Strukturiertes, vernetztes Vorgehen knackt die Abwehr besser als der Anspruch mit einzelnen Helden den Wettbewerber zu besiegen. Und das Unternehmen ist erfolgreich in seiner Gesamtstrategie, wenn es auf die Teamstärke setzt und nicht auf Einzelkämpfer. So ist Brasilien nach der Verletzung von Neymar spektakulär untergegangen. Argentinien hat durch die Neutralisierung von Messi kaum noch seine Chancen entwickeln können. Die Mannschaften hatten keine Strategie ohne ihre Helden.
 
Heute ist der Leistungsunterschied zwischen einzelnen Verkaufshelden und gut ausgebildeten Profis nicht mehr so groß dass dadurch wichtige Wettbewerbsvorteile entstehen. Unternehmen und Märkte im Technologieumfeld reifen zunehmend, die Komplexität steigt. Der Ausbildungsgrad ist hoch, individuelle Kompetenzen sind meist vorhanden. Viele Mittelstandsunternehmer hoffen aber immer noch DEN Vertriebshelden zu finden und einzustellen...
 
In der WM hat Deutschland eindrucksvoll gezeigt, dass die Stärke eines gesamten Teams am Schluss den Erfolg ausmacht.

3. Beobachtung: Die Bank

Nach dem Finale hat Bastian Schweinsteiger im Interview gesagt, dass er noch nie vorher erlebt hat wie die Spieler auf der Bank hinter der Mannschaft standen und das ihn und die anderen aktiven Spieler unglaublich motiviert habe.
 
Diejenigen, die nicht im direkten Handeln am Kunden trotzdem unterstützen, machen für ein Unternehmen oft den Unterschied. Natürlich geht das nur, wenn auch für Alle im Team die Ziele klar sind und Jeder seinen Teil dazu beiträgt, ob er nun im Rampenlicht, z.B. im direkten Kundenkontakt steht, oder eben nicht z.B. irgendwo in der Administration.

4. Beobachtung: Das Team und sein Trainer

Um so eine Haltung zu ermöglichen kommt die größte Verantwortung dem Trainer zu. Joachim Löw hat von Beginn an in jedem Interview die große Bedeutung der Teamleistung betont. Und er hat sein gesamtes Trainingskonzept darauf ausgerichtet. Das Ziel war jedem klar, jeder hat seine Position bekommen.
 
So wurde z.B. ein versteckter Aspekt sichtbar als Mehmet Scholl im Interview die tolle Entwicklung von Jerome Boateng gewürdigt hat mit dem Hinweis, dass in der Mannschaft ein Geist herrschte, die auch konstruktive Kritik ermöglicht. Erfahrene Spieler haben Boateng klargemacht, wo er sich verbessern muss und er konnte es annehmen. Solche Prozesse muss der Trainer unterstützen, dafür muss er Räume schaffen und so werden Spieler, die jung und unerfahren sind schnell integriert, profitieren von den alten Hasen und werden zu zentralen Leistungsträgern.
 
Das Gleiche gilt in Unternehmen.
Erstaunlich, dass Mitarbeiterentwicklung bei kleineren Mittelständlern in der Regel garnicht, oder nur nebenher passiert.
 
Nach jedem Spiel wird genau analysiert, optimiert und im Team motiviert.
Wenn Geschäftsführer und Vertriebsleiter ihre Führungsrolle etwas mehr wahrnehmen wie ein WM-Trainer und sie ihre größte Energie darauf verwenden Teamentwicklung mit den gleichen Ansätzen zu betreiben werden sie feststellen, dass sich Erfolge einstellen, die vorher nicht möglich waren.
 
In diesem Zusammenhang verweise ich auf den Artikel: Reichen 60% Vertriebsleitung aus? und dem Umfrageergebnis, welche Erfolgsfaktoren die „Champions“ unter den befragten Technologieunternehmen identifiziert haben.

Also lernen wir von Jogi und seinen Jungs: 

  1. Die Unternehmensziele stehen immer über den Einzelzielen der beteiligten Mitarbeiter. Dazu müssen sie klar definiert sein und es muss auch eine Kultur im Unternehmen herrschen, die die Erreichung der Schlüsselergebnisse der Firma mehr würdigen als Einzelziele. Jeder kann und muss dafür seine persönliche Verantwortung übernehmen.
  2. Einzelkämpfer haben nicht mehr die Durchschlagskraft wie früher. Teamorientiertes Vorgehen ist erfolgreicher. Die Prozesse und Trainingskonzepte müssen darauf ausgerichtet sein.
  3. Alle Mitarbeiter im Unternehmen tragen zum Erfolg bei, auch die auf der „Ersatzbank“
  4. Führen als Trainer, nicht als Herrscher oder bester Könner mit Fokus auf Zielorientierung, Teamentwicklung und strukturiertem Vorgehen ist der Schlüssel zum Erfolg. 

Werden Sie zum Weltmeister mit Ihrem Unternehmen!

Wir können Ihnen dazu passend bewährte Methoden, Best-Practices und Coachinginstrumente an die Hand geben und gemeinsam implementieren.
Fragen Sie unsere Kunden nach den Ergebnissen. (Referenzen)

Andreas Geh

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